Vom Helfen

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Vom Helfen

Beitrag von Dragis am Fr Feb 10 2017, 14:57


Jeder kennt es wohl, das gute Gefühl, dass einen durchströmt, konnte man einem anderen Menschen helfen und ihm eine Last abnehmen. Und so tuen wir es von Zeit zu Zeit gerne: Anderen helfen. Der Begegnung in der Wüste bieten wir unser Wasser an, dem Bettler auf der Straße die Stulle aus der Brotdose. Für unsere liebsten gehen wir einkaufen, putzen die Wohnung und räumen sie auf. Und für unsere Kinder renovieren wir Wohnungen und bauen Häuser. Dankbarkeit ist es letzten Endes, die als Gegenleistung erwartet wird. Sollte diese nicht eintreten macht sich große Enttäuschung und Entrüstung breit. 

Manchmal jedoch geschieht es, dass wir einen wesentlichen Aspekt des Helfens vergessen. Einen Aspekt der die Dankbarkeit für die Hilfe massiv schmälern, ja sogar in Ablehnung umschlagen vermag. Denn woher wollen wir wissen, ob demjenigen, dem wir helfen wollen, unsere Hilfe überhaupt recht ist? Wir nehmen uns die Freiheit und bieten einem Menschen in der Wüste Wasser an. Was wäre jedoch, wenn dieser gerade eben von einer Quelle gewandert kommt und sich nicht vor Durst, sondern vor Hunger krümmt?
Geläufiger ist sicher die Wut auf jemanden der die eigenen Sachen aufgeräumt hat. Sicher geschah dies in tiefgründig guter Absicht und doch ist der Ärger, groß findet man die Sachen nicht mehr wieder, oder wenn sie gar verschollen sind. Besonders ärgerlich wird es bei wichtigen Dokumenten oder dem Lieblingskleidungsstück. Eine Tat mit guten Absichten kann so auch zu schrecklichstem Streit führen.

Noch extremer kann es kommen, werden Objekte ohne konkrete Absprache angeschafft und die Rechnung weitergegeben. Aus welchem Grund sollte man etwas bezahlen, was man sich anders vorgestellt hätte? Zur Wahrung des zwischenmenschlichen Friedens wird dennoch gezahlt. Unumgänglich sind Unmut und Abneigung zur Stelle, wo doch eigentlich Dankbarkeit herrschen sollte.

Jemanden wirklich zu helfen bedeutet so auch sich mit dieser Person auseinanderzusetzten. Zu Fragen, was wirklich gewünscht ist und darüber nachzudenken wie der Andere sich bei dieser Hilfe fühlen könnte. Will man wirklich helfen muss man sich zu aller erst selbst zurück nehmen und die eigenen Wünsche hinten anstellen. Sonst übernehmen die eigenen Vorstellungen schnell das Handlungsfeld und wir helfen nicht mehr, sondern setzten nur noch unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen um.

Und so bitte ich all jene, die Anderen helfen wollen, auch das Gespräch zu suchen. Das Gespräch über das was man tun möchte. Ist die Hilfe in der gedachten Art überhaupt willkommen? Wenn also der Hausbau für das Kind ansteht, bitte nicht einfach alles in die Wege leiten und anschließend das Kind um eine entsprechende finanzielle Beteiligung bitten, sondern vorher fragen, ob das Haus rund, eckig, hoch oder breit sein soll! Gelb oder Grün? Beton oder Klinker? Denn nur so kann man sich der Freude des Kindes auch nach Fertigstellung sicher sein.

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Re: Vom Helfen

Beitrag von Mindflower am Fr Feb 10 2017, 16:22


Schöner Text. Leider wird viel zu oft überinterpretiert ohne genügend Rücksprache zu halten...
Und zu dem Punkt, was passiert wenn man hinterher keine Dankbarkeit erfährt...da kommt mein Lieblingszitat zum Einsatz:
"Bereue nicht was du für jemanden getan hast, denn du hast es gerne getan" -> Sprich man hat ja auch Freude dabei für jemanden etwas gutes zu tun. Man tut es nicht um ein "Danke" und "Lob" zu erhalten, sondern weil man es gerne macht.

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"Hör auf zu fragen,                                 Es war wies war,
ob du kannst,                                             Es ist wies ist,
sondern frag dich,                                 Es kommt wies kommt.
ob du willst."
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Re: Vom Helfen

Beitrag von Datyria am Fr Feb 10 2017, 21:21


Ich dachte mir, dass ich den Text schon kenn aus deiner Homepage Smile Ist ebenfalls ein sehr wichtiges Thema finde ich, es gab zum Beispiel jemanden, der nicht mehr Leben wollte, ihm aber ein anderer "Hilfe" anbot indem er die Polizei anrufen wollte und der Person somit mehr geschadet hätte, als geholfen.
Eine andere hat immer gewollt, dass andere genauso werden wie sie selbst, weil sie empfand, dass sie den besten Weg geht und die der anderen, warum sie auch leiden würden angeblich, falsch sei und hat es mit allen Mitteln versucht.
Das mit der Dankbarkeit kenne ich auch aus ein paar weltlichen Beispielen, da hast du zum Beispiel aufmerksam zugehört, dass eine bestimmte Person etwas nicht mag und hältst dich dann daran und dann gefällt es ihr doch nicht, weil sie lieber Streit suchen würde oder Sachen, wo du es auch keinem recht machen kannst, egal was du tust, was viele zum Beispiel in ihrem eigenen Familienhaushalt kannten/kennen.
Wertschätzung gibt es heut zu Tage allgemein selten, wenn die Leute nicht sich selbst oder ihre Gegenstände beschädigen müssten für bestimmte Aktionen, würden sie diese ohne nachdenken ausführen, damit ein anderer geschadet wird, der, ihrer Meinung nach, nicht wert ist da zu sein zum Beispiel hat mal eine Bekannte meiner Mutter wegen dem Andersdenken gesagt: "Du solltest in die nächste Ecke verrecken gehen, wenn du dich der Gesellschaft nicht anpasst."
Dabei kann man Menschen/Wesen allgemein sehr viel Gutes tun, ihnen viele Wege zeigen, die sie aber allesamt nicht wollen würden (man ihnen auch nicht aufzwingen könnte) und sie dafür nicht dankbar wären, aber, wenn du weg bist, sie etwas vermissen..
Ein Beispiel ist, dass ich mal jemanden gesagt habe, der gefragt hat wie ich Freundschaft sehe, wie ich dazu fühle, während derjenige meinte, er könne sich das hier nicht vorstellen, weil man sich selbst nur kaputt machen würde, so in dieser Welt zu leben, weil alles hier anders sei.

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Re: Vom Helfen

Beitrag von Saicya am Fr Feb 10 2017, 22:39


Ich stimme Dragis zu. Wenn man nicht richtig hilft kann man vieles schlimmer machen : Stichwort „Helfersyndrom“. Man sollte das ganze aus mehreren Blickwinkeln sehen, ich gebe dazu ein paar Beispiele:

Beispiel 1:
Ein Freund ist traurig weil sich momentan einsam fühlt und du möchtest ihn aufmuntern indem du ihm ein Bild von einer Gruppe schickst die sich gerade trifft.

Antwort:

Es kann sein das sich der Freund für dich /euch freut. Kann aber auch sein das er noch trauriger wird und sich verarscht fühlt.

Beispiel 2:
Patient wird von ner Schlange gebissen, der Arzt, etwas ungeduldig, gibt ihm ein Antiserum.

Antwort:

Wenn der Patient Pech hat, wurde ihm das falsche Serum gegeben was die Vergiftung evtl. verschlimmert.

Beispiel 3:
Ihr seid gerade dabei jemanden zu Heilen, seid euch aber nicht sicher welche Energieknoten gelöst werden müssen oder nicht. Und macht einfach alle.

Antwort:

In dem Falle war es falsch von mir da der „Freund“ am Bein Krämpfe für Tage hatte.
Da ich den „Freund“ aber zu hassen gelernt habe, freue ich mich wiederum.

Beispiel 4:
Man gibt jemanden Schutz damit sich dieser selbst entwickeln kann und der jenige Nutz es aus, verlangt mehr Hilfe und will im Stillstand bleiben.

Antwort:

Ist im dann wirklich geholfen, wenn sich derjenige gegen einen stellt, weil er nicht von Seiner Meinung abwill? Ich denk eher nicht.

Beispiel 5:
Jemand möchte nicht mehr hier auf dieser Welt sein und du willst ihn um jeden Preis davon abhalten.

Antwort:

Hast du ihm dann wirklich geholfen? Oder ihm um seine Freiheit beraubt...

Beispiel 6:
Jemand ist vom Kopf ab Querschnittsgelähmt und hat nur noch quälende Schmerzen das er regelmäßig Morphin nehmen muss. Er bittet euch die Maschinen abzuschalten.

Antwort:

Erfüllst du ihm den Wunsch das er nicht mehr weiterleitet oder bis du zu egoistisch um ihm weiter für dich haben zu können.

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Re: Vom Helfen

Beitrag von Dragis am Sa Feb 11 2017, 08:41


Ja, es stimmt! Ich bin Deinem Rat gefolgt Datyria und habe einfach mal die Texte kopiert die ich geschrieben habe. Eigentlich nur, damit sie nicht gelöscht werden, wenn es soweit ist. Ich hoffe das stört nicht?

Danke für Eure Gedanken zu diesem Thema. Das mit dem Helfen ist wirklich keine einfache Sache. Aber man kann sich bemühen erst dem Anderen zuzuhören, bevor man losstürmt oder einfach etwas tut.

Zuhören wenn die Stummen schreien

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Re: Vom Helfen

Beitrag von Datyria am Sa Feb 11 2017, 10:41


Nein stört nicht Smile
Ich habe hier auch ein paar Texte aus meiner alten Homepage und Co reinkopiert, damit die nicht verloren gehen.
Da sieht man aber auch gut im nachhinein wie weit man jetzt ist und wie man früher war und dann nochmal wie weit man auch schon früher war.
Allgemein alles erkennt man dabei und viele können sich dabei beteiligen oder etwas dadurch lernen oder weitergeben. Smile

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Re: Vom Helfen

Beitrag von Saicya am Sa Feb 11 2017, 19:05


Jeder Art von Sinnvoller Information ist Willkommen.

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