Geschichte der Musik

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Geschichte der Musik

Beitrag von Alannah am Di Jul 10 2018, 15:57


Musik spielt in den meisten Kulturen eine zentrale Rolle und viele Instrumente besaßen lange Zeit kultischen, gesellschaftlichen oder militärischen Charakter. Nennt mir zudem nur eine menschliche Kultur, die keine Musik kennt?

In diesem Thread gilt es sich mit den Ursprüngen der Musik oder auch einfach nur verschiedener Instrumente auseinander zu setzen. Das kann Geschichtlich, aber auch Mythologisch o.ä. geschehen.
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Re: Geschichte der Musik

Beitrag von Namodia am Mi Jul 11 2018, 16:30


Die Trommel

Sie ist eines der Ätesten, wenn nicht sogar das älteste Musikinstrument und ist in jedem Erdteil und jeder Kultur in unzähligen verschiedenen Bauformen und unterschiedlichen Spielweisen zu finden.

Für die Menschen hatte die Trommel immer eine große Bedeutung und der Klang der Trommel soll dem Herzschlag der Mutter gleich kommen, was auch das erste ist, was wir hören, was auch der Grund sein wird weshalb die Trommel uns tief im Innersten berührt und ihr Stellenwert in so vielen Kulturen so hoch ist. Auch deshalb wird die Trommel gerne für Rituale benutzt, zum Feiern und Tanzen, zur Trauer, zur Heilung und um Kontakt zum göttlichen Selbst zu finden.

Doch in Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern erscheint die Trommel fremd und wird als exotisch angesehen, weil sie in diesen Kulturkreisen seit sehr langer Zeit keinen festen Platzt mehr hat, mit Ausnahme in der Militär bzw Marschmusik und selten in der klassischen Musik z.B. die Pauke.

Auch wird die Trommel zumeist mit Afrika in Verbindung gebracht weil die Trommel für Afrika ein wesentlicher Teil ihrer Traditionen ist. Durch die Kolonialisierung und seine Folgen gelangte die Trommel wieder zurück nach Europa.

Wenige wissen jedoch, dass auch in Europa die Trommel in ferner Vergangenheit ebenfalls ein wichtiger Teil ihrer Kultur war und fleißig getrommelt wurde. Doch warum ist die Trommel aus unserem Kulturkreis fast bedeutungslos geworden mit Ausnahme der Kriegstrommel?

Der Grund wird das Auftreten der patriachaler Gesellschaften sein und spätestens mit der Verbreitung des Christentums verlor die Trommel immer mehr an Bedeutung. Wichtig ist zu wissen, dass vor allen Frauen die Trommel in Europa benutzten und durch die patriachalen Gesellschaften wurde der Stellenwert der Frau völlig verändert und da die Trommel auch ein sehr machtvolles Instrument ist wurden sie durch die Entwicklung immer seltener benutzt.

Quelle: https://www.trommel-klang.com/trommelgeschichte/entstehung.php

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Re: Geschichte der Musik

Beitrag von Alannah am Do Jul 12 2018, 13:33


Taiko

Das japanische Kriegstrommeln.

Mehrere zugleich gespielte Röhrentrommeln.

Die Ältesten Taikotrommeln fanden sich in China und Kroea zur Kofun-Zeit. Durch den regen Kulturaustausch kam die Trommel dann nach Japan. Anfänglich diente sie vermutlich als Instrument schamanischer Rituale, die Vorläufer der Shintō-Religion sind. Mit den Trommeln wurden z.B. verschiedene Kami beschworen. Besondere erwähnung findet dabei der Sturm- und Lebensgottes Susanoo.

Tatsächlich regen sich die Lebensgeister, beim Klang von Trommeln. Sie haben eine vorwärts treibende Wirkung. Noch ohne es zu merken folgt man ihrem Rhythmus. Eine besondere Erfahrung sind Taikotrommeln beim Training. Sie geben den Bewegungen einen besonderen Fluss.

So ist es nicht verwunderlich, das Taiko von den Samurai vor und während einer Schlacht genutzt wurde, um den Gegener mental zu zermürben und selbst in einen Tranceartigen Rausch zu verfallen. In diesem spürt man weniger Schmerz, Kämpft unvorhersehbar und wild, im Rhythmus der Trommeln.

Aber Taiko Trommeln wurden auch eingesetzt um z.B. vor einem Überfall schnell das gesamte Dorf zu warnen oder als Begleitung bei schweren körperlichen Arbeiten. Mit einem Rhythmus geht alles gleich viel leichter von der Hand.
Um mal ein Bild von der Lautstärke und Wirkung von Taiko zu bekommen folgen gleich noch ein paar Youtube Links. Für mich ist Taiko schon eine Sportart, so anstrengend wie es ist.





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Re: Geschichte der Musik

Beitrag von Alannah am Sa Jul 21 2018, 11:28


Native American Courting Flute


Andere Namen:
Z.B. love flute, American Indian flute, external duct flute, Indianerflöte, Siyotanka ...


Die Flöte besteht aus:
- einem Rohr, welches im oberen Viertel eine Scheidewand besitzt, die es in zwei Abschnitte teilt.
- Tonlöchern im unteren Abschnitt
- der unteren Öffnung
- evt. 4 Windlöchern
- Der Windkammer im oberen Abschnitt und der Blaskammer, sowie einer Luftaustrittsöffnung bei der Scheidewand
- einem "Bird"


Der Bird oder Reiter:
Über der Luftaustrittsöffnung befindet sich zum erzeugen eines Kernspaltes der "bird", ein Reiter, der notwendig ist für die Tonerzeugung. Meist handelt es sich um das Totem des Flötenspielers. Dieses geschnitzte Tier ist sauber an die Flute angepasst und mit Kordel oder Leder befestigt und verschiebbar.


Geschichtliches:
Man schätzt das die Geschichte der Naitive Flute vor etwa 2500 bis 3000 Jahren ihren Anfang nimmt. Das belegen gefundene Felszeichnungen.
Genutzt wurde die flute, zur Brautwerbung, zu zeremoniellen Zwecken und zur Heilung, sowie zur Meditation. Durch die Kulturelle Unterdrückung der Natives durch die amerikanische Regierung im 20 Jh. geriet dieses wundervolle Instrument weitestgehend in Vergessenheit. Erst in den 60 er Jahren des 20. Jh. wurde sie wiederentdeckt und fanden ihren Einzug in die New Age- und Weltmusik.


Mythen:

- Lakota -

Vor langer Zeit, irrte ein kleiner Lakota durch den Wald. Pfad und Wildwechsel hatte er verloren und längst schon erkannte er weder Baum noch Fels wieder. Er hatte sich verirrt. Kaum wurde es dem Jungen klar, griffen Traurigkeit und Verzweiflung nach seinem Herz.
Doch der Große Geist sah den kleinen Lakota und beschloss, ihn mit einem Geschenk zu trösten. So schickte er einen Vogel vom Himmel herab, er möge sich auf den hohlen Ast des großen Baumes setzen, in dessen Schatten der Junge saß.
Da fuhr der Wind durch den hohlen Ast und ein wundervolles Geräusch ertönte. Noch nie zu vor hatte der kleine Lakota etwas so schönes gehört. Verzückt sah er sich nach der Quelle der schönen Töne um und erblickte den Vogel. Verwundert sah er nun zu, wie das Tier nach und nach kleine Löcher in das Holz pickte. Und mit jedem Loch änderte sich der Ton.
Als der Vogel fertig war und weg flog erkannte der Junge, dass dieser wundersame Ast ein Geschenk des Großen Geistes war. Er erklomm den Baum und brach den Ast vorsichtig ab. Eine Weile saß er noch unter dem Baum, ahmte den klang des Windes nach. Die ersten Melodien spielte er.
Derart aufgemuntert dankte der kleine Lakota dem großen Geist und als er in sein Dorf zurückfand erzählte er allen seine Geschichte und spielte für sie.


- Eine andere Version: -

Vor langer Zeit begehrte ein großer Jäger und Krieger die wunderschöne Frau des Häuptlings. Doch obgleich sein Mut und sein Jagdgeschick unvergleichlich waren, war er in den Augen des Häuplings nicht wert, seine Tochter zu heiraten. Auch traute der junge Mann sich nicht, seiner Geliebten seine Gefühle zu offenbaren. Denn so tapfer er als Krieger war, so brachten ihn Gespräche mit Frauen in große Verlegenheit.

Nun wusste der junge Krieger, dass keine Frau dem Charm und Gesang des Wapiti widerstehen konnte. Große Magie lag in diesem Tier.

Drei Tage folgte der Jäger seiner beute durch den Wald und erhaschte doch nie mehr als einen kurzen Blick auf das prächtige Tier, dass größer war als jeder Wapiti, den er je gesehen hatte.
Schließlich verlor der Jäger die Spur an einem Fluss. Er suchte so lange nach einer neuen Fährte, bis die Sonne unterging. Wohl wissend, dass er erst am nächsten Tag weitermachen konnte, errichtete er ein Camp für die Nacht.

Als er schließlich schweren Herzens einschlief veränderte sich das Lied der Nacht. Das Lied, das durch die Dunkelheit flog, war so schön, schöner als alles, was er je gehört hatte. Aufgewühlt griff der Jäger zuerst nach seinem Bogen, doch schnell merkte er, wie die Melodie sein Herz beruhigte und die Schwere von ihm nahm. Müde von seiner weiten Wanderung schlief er so wieder ein.

In seinem Traum begegnete ihm dann ein Specht. "Folge mir, los folge mir", forderte er den jungen Mann auf, "ich kenne ein Geheimnis." So führte der Specht den Jäger zu einer Zeder. Er bearbeitete den Zweig und schenkte ihm den jungen Mann. Dann verwandelte er sich in einen Menschen und lehrte ihn das Spiel der Flöte, deren Melodie ihn auszudrücken befähigte, woran Worte scheiterten.

Als der Jäger mit der Flöte neben sich erwachte, reiste er zurück ins Dorf. In den drei Tagen lernte er die Melodien der Natur neu kennen und spielen. Daraus wob er schließlich auf dem Hügel, hinter dem Tippi des Häuptlings, sein Lied. Jeder der es hörte fühlte die darin zum Ausdruck gebrachte Liebe und den Frieden den sie brachte.

So gewann der junge Jäger das Herz seiner Geliebten und schloss Frieden mit ihrem Vater.


Ein Tune:



Quellen:

Lehrbuch - Jeff Ball und Bruce A. Whitten / Trailhead of the American Indian Courting Flute

https://de.wikipedia.org/wiki/Indianerfl%C3%B6te
https://www.indianerladen.ch/index.php/indianische-floete-mehr-als-ein-instrument.html
http://www.siyotanka.de/Geschichte
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