Das Praktikum als Mensch

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Das Praktikum als Mensch

Beitrag von Datyria am Mi Okt 19 2016, 23:16


Ein Geist, der noch nie ein Mensch geworden war, interessierte sich für das Leben der Menschen, denn sie waren zahlreich auf diesem Planeten und sie erschufen viel erstaunliches und leben gemeinsam ohne Angst haben zu müssen.
Um sich sicher zu sein, ob er dieses Leben auch wirklich leben möchte und in einem menschlichen Körper zu inkarnieren, dachte der Geist daran in anderen Menschen einzuschlüpfen und sich selbst eine Meinung zu machen, ob er dieses Leben beginnen möchte.
So gesehen wollte dieser Geist ein Praktikum als Mensch für einen Tag machen, statt gleich eine ganze Ausbildung oder Arbeit damit zu beginnen.

Schon als die Sonne aufging, waren die ersten Menschen auf den Beinen und sie gingen mit ihren Hunden spazieren und der Geist schlüpfte sich voller Vorfreude in den Körper einer dieser Menschen.
"Oh wie schön sie werden gemeinsam mit den Hunden spazieren gehen, wie toll ihre Freundschaft sein muss und wie glücklich sie alle sein müssen.", dachte er als er das tat.
Doch im Gedanken des Menschen nahm er wahr, wie dieser recht unglücklich darüber war, jeden Tag so viel mit seinem Hund raus gehen zu müssen, da er einfach nur mit diesen kuscheln wollte und seine Tochter unbedingt einen Hund haben wollte, die gerade einmal ein Jahr alt ist.
Er mag den Hund nicht, weil er gerne zieht, weil er sich an der kurzen Leine viel zu eingeengt fühlt und er auch andere Hunde anknurrt, nur weil er vorsichtig ist seitdem er einmal angegriffen worden ist.
Auch hat der Hund in die Wohnung gepinkelt, als er seiner Frau bat mit dem Hund zu gehen als er arbeiten musste und seine Frau selbst nicht mit ihm gehen konnte, da sie plötzlich von der Firma angerufen worden ist, sich zu beeilen da sie eine Aufgabe bekommen hat.
Der Geist war traurig darüber, dass dieser Mensch so viele negative Gefühle hat, denn der Hund fühlte sich von dem Menschen genauso eingeengt wie der Mensch sich vom Hund überfordert gefühlt hat und auch hat dieser Mensch so viel Stress, dass er lieber einen ganzen Tag gar nichts tun möchte, lieber einen Urlaub haben wollte, wie der Geist herausfand, einen freien Tag an dem andere das tun was er tun muss.

Der Geist schaute sich nur wenige Minuten von dem Spaziergang an in dem der Mensch genervt reagierte, weil der Hund hin und wieder anhielt um zu schnuppern oder zu pinkeln und der Mensch schaute immer wieder auf seinem Handy ob seine Frau oder einer seiner Arbeitskollegen ihm eine Nachricht schreiben und auch auf die Uhr um auf keinen Fall zu spät zu kommen.
Manchmal zog er den Hund oder hielt ihn noch kürzer an der Leine, damit er nah an seinem Herrchen stand.
Der Geist ging wieder aus dem Menschen hinaus und dachte sich: "Vielleicht ist es nur er der so fühlt, also halte ich nach weiteren Menschen Ausschau."

Auf seinem Weg in die Innenstadt gab es nur wenige Menschen die durch die Stadt gingen, hauptsächlich fuhren sie in einem Auto oder Bus.
Der Geist ging in einem der Autofahrer hinein und bemerkte ebenfalls sehr viele negative Gefühle.
In dem Mann in dem er sich hinein fühlte, nahm er Gedanken wahr wie: Ich muss jetzt an genau dieser Stelle blinken. Schon wieder eine rote Ampel, kann das nicht schneller gehen? Man kann der vor mir schlecht fahren, der sollte seinen Führerschein nicht im Lotto gewinnen! Hoffentlich kann ich rechtzeitig meinen Sohn in den Kindergarten fahren!

Dabei dachte der Geist als er in seiner Rolle schlüpfte daran, wie viel Spaß es machen müsste dieses Auto zu fahren oder auch daran, dass es sehr interessant sein kann wie man dieses Auto fährt oder wie schön es sein muss, das ganze ohne viel Bewegung lenken zu können und dass es eine große Aufgabe sein muss.

Er wartete darauf, dass der Sohn zum Kindergarten gebracht worden ist und schlüpfte in seiner Rolle.
Hier fühlte er sich deutlich wohler, denn der Sohn hatte sehr viel Spaß und freute sich darauf mit den ganzen anderen Kindern zu spielen und zu singen und auch darauf mit seinen Eltern später in den Zoo zu fahren.
Aber auch er hatte negative Gedanken, denn er hat vor einigen Tagen wahrgenommen, dass Vater und Mutter sich gestritten hatten und Mutter seitdem nicht mehr viel mit Vater spricht und auch, dass Vater immer weniger Zuhause war am Wochenende.
Seine Mutter hat ihn immer wieder darauf verwarnt, dass er kein Spielzeug in den Kindergarten mitbringen soll, obwohl es dort mit Spielzeugen viel mehr Spaß macht und auch, dass er nicht so viele Süßigkeiten essen soll, obwohl sie lecker sind und Spaß machen.

Dann schlüpfte der Geist in die Kindergärtnerin hinein und spürte ebenfalls sehr viele negative Gefühle.
Da sie in ihrer Arbeit viel mit schreienden, launischen Kindern zu tun hat möchte sie keine eigenen Kinder haben, weswegen ihr Freund darüber nachdenkt mit ihr Schluss zu machen, da er eine Familie gründen möchte.
Sie hat Gedanken, ihre Arbeit zu kündigen, damit er sie nicht verlässt.
Der Geist war bestürzt: "Wenn eine Person eine andere liebt, warum zwingt er sie dann dazu, etwas zu tun was sie nicht will?"
Auch hat sie Probleme mit dem Steueramt, da die Mitarbeiter dort ihre Papiere von vor fünf Jahren nicht mehr haben und sie diese innerhalb von den nächsten zwei Wochen wieder finden und bringen soll.
Ihre beste Freundin hat keine Zeit mehr für sie, seitdem ihre Freundin ein Kind bekommen hat und abends darf sie nicht mehr anrufen um den neuen Zuwachs nicht aufzuwecken.
"Aber wenn man Freunde hat, dann hat man doch Zeit für die, oder nicht?", dachte der Geist und wurde traurig.

Er ging aus ihrem Körper hinaus und sah auf dem Weg einen alten Mann in dessen Gedanken er ebenfalls Einblick haben wollte.
Dieser Mann hat sehr viele Schmerzen mit dem Rücken, seitdem er angefangen hatte, vor vielen Jahren LKW zu fahren und die Waren in den LKW zu transportieren.
Auch hat er ein schlechteres Sehen und seine Familie ist nur noch für ihn da, da er bald sterben könnte und er ihnen etwas vererben soll.
Seitdem sind seine Enkel viel öfter bei ihm zu Besuch, obwohl sie alle keine wirkliche Freude daran haben, mit ihm zu sprechen, da er durch sein Alzheimer immer wieder ältere Geschichten wiederholt und durch seine konsequente sture Art immer wieder auf seiner Meinung beharrt, auch wenn seine Stieftochter immer wieder versucht, seine Meinung zu ändern.
"Aber Familie bedeutet doch zusammen sein und für einander da sein oder nicht?", dachte der Geist.
Der Mann ist immer müder, seitdem er sich schwächer fühlt und das Gehen sich immer schwerer anfühlt und dass der Arzt ihm noch 3 Jahre gibt, ist für ihn sehr schwer.
Er möchte eigentlich schon jetzt nicht mehr leben, da ihn keiner liebt und sich keiner für ihn interessiert, außer für das Geld, das er durch die Arbeit angespart hatte und weil ihn die Schmerzen schon lange plagen, aber die Medikamente nicht immer ihre Wirkung zeigen.

Der Geist ging erneut aus diesem Körper heraus.
Er traf bis zum Sonnenuntergang immer wieder Menschen und schlüpfte in ihre Rollen und erkannte, dass sie alle in sich negative Gefühle tragen.
Die Kinder haben weniger negative Gefühle und mehr positive, wenn sie nicht Probleme mit ihren Eltern oder den anderen Kindern haben und die alten Leute wünschen sich oft zu sterben oder wieder jung zu sein und das zu tun, was sie schon immer tun wollten.
Die jungen Menschen wollten dazu gehören und heraus finden wer sie sind und das was sie von sich sehen lieben sie nicht und sie wollen nicht einsam sein und etwas in ihrem Leben erreicht haben.
Die Erwachsenen wünschen sich oft etwas nicht getan zu haben und es wieder ändern zu können und sie sind oft mit ihrem Umfeld und ihrem Leben unglücklich, aber haben Angst etwas zu verändern.
Die alten Menschen die noch nicht zu alt sind, die haben Angst davor was passiert wenn sie noch älter werden und ob die anderen sich dann noch für sie interessieren oder sie alleine sein werden.
Oft plagen sich die Menschen mit Ängsten die sie nicht verändern wollen obwohl sie sich das wünschen und glauben, dass sie es nicht können.
Auch werden sie sehr oft von ihren Mitmenschen beeinflußt und haben den Wunsch nach Freunde und Frieden mit der Familie, das aber oft in Streit, Verrat und anderen Problemen führen.

Je mehr der Geist sich mit den Problemen, Gedanken und Gefühlen der vielen Menschen plagte, desto trauriger wurde er, dafür, dass diese Menschen außen glücklich aussehen wollen und so viel können und erreicht haben, dass sie trotzdem sehr unglücklich sind und so viel träumen, was sie nicht erreichen wollen oder können und sich oft selbst behindern.
Sie wissen oft nicht wer sie sind, was sie wollen und wie sie das erreichen wollen ohne anderen zu schaden oder sie zu behindern oder wollen immer das tun was andere ihnen sagen, damit sie keine Probleme bekommen.
Jeder sucht auf seinem eigenen Weg Frieden oder Glück oder auch Antworten, aber sie erreichen es nicht so wie sie es wollen und machen sich oft selbst fertig.

Der Geist kam am Ende des Tages, als die Lichter der Stadt erlischen und der Sonnenuntergang bereits beendet war, darauf, dass er nicht als Mensch inkarnieren möchte, da er sogar bei den Menschen die versuchen etwas zu verändern, merkt, dass diese dann nach Macht oder Geld streben oder das was sie wirklich wollten fallen ließen oder darin behindert worden sind durch andere Menschen, dass es nichts bringen würde, den Menschen beizubringen was richtig ist, wenn sie es nicht tun können und wollen und wissen wie sie fühlen oder zumindest was sie fühlen, aber lieber bei dem bleiben was andere für richtig halten.
Am Ende wäre der Geist so gestresst und traurig und auch erschöpft, dass der Mensch nicht ändert was er ändern kann, dass er selbst als Mensch sehr viele Probleme hätte die er nicht haben möchte.
Und so entschied er sich daran nach weiteren Körpern Ausschau zu halten, in denen er leben möchte.

Momentan sind für ihn Hunde, Katzen und Vögel interessant also wird er sich die nächsten Tage damit beschäftigen sich ihre Leben anzuschauen, um am Ende zu entscheiden als was er leben möchte.

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Des Nachtes erwache ich im All
bei der Entstehung des Sternenhimmel
Der Mond verwandelt sich blutrot
beim Erblühen der eisblauen Blumen
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